
Die Schwelle

ein Film von Alexander von Rappard
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Drama / 20 min / Deutsch
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Als ihre achtjährige Tochter nach einem tragischen Unfall ins Koma fällt, werden Eva und David von tiefer Trauer auseinandergerissen. Während David an der Hoffnung festhält und nicht loslassen kann, zerbricht Eva am Anblick des Leidens ihres Kindes und trifft eine folgenschwere Entscheidung – eine Tat, die einen aufwühlenden Gerichtsprozess über Schuld, Gnade und die Grenzen der Liebe entfacht.
When their eight-year-old daughter falls into a coma after a tragic accident, Eva and David are consumed by grief. While David clings to hope, unwilling to let go, Eva cannot bear to see her child suffer and takes matters into her own hands - sparking a gripping courtroom battle over guilt, mercy, and the limits of love.
Cast:
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Regisseur / Drehbuch:
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Produzent:
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Ko-Produzent:
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Kamera:
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Produktionsfirmen:​​​
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Weltpremiere:
Leonie Landa
Cino Djavid
Pola Friedrichs
Daniel Fries
Matthieu Svetchine
Sabine Urban
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Alexander von Rappard
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Adriano Grilli
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Alexander von Rappard​​
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Axel Stock
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Prismaland
Duskfall Pictures​​​​
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59. Internationale Hofer Filmtage
DIRECTOR'S NOTE
„Die Schwelle“ ist ein zutiefst persönlicher Film. Von Anfang an war mir klar, dass ich keine einfachen Antworten geben möchte. Der Film beschäftigt sich mit moralischen Dilemmata, Schuld und Verantwortung, stellt jedoch vor allem eine grundlegende Frage: Wer hat das Recht, über Leben und Tod zu entscheiden?
Es ist eine Geschichte über Liebe, Verantwortung und Verlust – und darüber, was geschieht, wenn zwei Menschen derselben Realität gegenüberstehen und dennoch zu völlig unterschiedlichen Wahrheiten gelangen.
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Im Zentrum des Films steht eine Mutter, die glaubt, dass Loslassen der letzte Akt der Fürsorge sein kann, und ein Vater, der sich an die Hoffnung klammert – nicht nur für seine Tochter, sondern auch für sich selbst. Was bedeutet es, jemanden gehen zu lassen? Und was bedeutet es, ihm treu zu bleiben? „Die Schwelle“ entfaltet sich in jenen Grauzonen, in denen sich Recht und Moral, Vernunft und Emotion nicht länger klar voneinander trennen lassen.
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Die Debatte um Entscheidungen am Lebensende ist in vielen Ländern stark reglementiert. Diese Einschränkungen sollen Missbrauch verhindern, führen jedoch oft dazu, dass Familien in tiefem Leid zurückgelassen werden. Ein aktuelles Beispiel ist der Fall Archie Battersbee in Großbritannien: Seine Eltern kämpften monatelang dafür, ihren Sohn am Leben zu halten, verloren jedoch in jeder gerichtlichen Instanz. Ihr Kampf löste eine breite öffentliche Debatte aus und machte die unmöglichen Entscheidungen sichtbar, vor denen Familien stehen, wenn persönliche Überzeugungen mit rechtlichen Rahmenbedingungen kollidieren.
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Mit diesem Film möchte ich kein Urteil fällen, sondern eine Erfahrung ermöglichen – eine, die zutiefst verstörend ist und gerade deshalb erzählt werden muss. „Thin Line“ will Empathie wecken und die moralischen und juristischen Graubereiche sichtbar machen, in denen sich betroffene Familien befinden. Es geht darum, den menschlichen Gesichtern hinter den Debatten Raum zu geben, den emotionalen Realitäten jenseits von Schwarz und Weiß, jenseits einfacher Urteile. Am Ende ist dies nicht nur ein Film über den Tod, sondern über das Leben – und über den Moment, in dem wir es vielleicht loslassen müssen.
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„Die Schwelle“ versteht sich als mehr als nur ein Film; er ist ein Aufruf zur Reflexion und zum Dialog. Ich möchte das Publikum dazu ermutigen, sich mit den komplexen Facetten der Sterbehilfe auseinanderzusetzen und diese kritisch zu hinterfragen.​​​
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Alexander von Rappard
„Thin Line“ is a deeply personal film. From the very beginning, I knew I didn’t want to offer easy answers. The film explores moral dilemmas, guilt, and responsibility, but above all asks the fundamental question: Who has the right to decide over life and death? It is a story about love, responsibility, and loss – and about what happens when two people face the same reality, yet arrive at very different truths.
At its heart, the film follows a mother who believes that letting go can be the last act of care, and a father who clings to hope – not only for his daughter, but for himself. What does it mean to let someone go? What does it mean to remain faithful to them? „Thin Line“ unfolds in the gray zones where law and morality, reason and emotion, can no longer be clearly separated.
The debate around end-of-life decisions is highly restrictive in many countries, meant to prevent abuse but often leaving families in profound suffering. A recent example is the case of Archie Battersbee in the UK, whose parents fought for months to keep their son on life support, ultimately losing in every court. Their struggle ignited a wide public debate and revealed the impossible choices families face when personal conviction collides with legal frameworks.
With this film, I do not want to pass judgment but to evoke an experience – one that is deeply unsettling and therefore necessary to tell. „Thin Line“ seeks to awaken empathy and to shed light on the moral and legal gray areas where affected families find themselves. It is about revealing the human faces behind the debates, the emotional realities beyond black and white, beyond simple verdicts. In the end, this is not only a film about death, but about life – and the moment we may have to let it go.
„Thin Line“ aims to be more than just a film; it is a call for reflection and discussion. I want to encourage audiences to engage with the complex facets of assisted dying and to critically examine them.
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Alexander von Rappard








